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W-O-D

Team AnnoZone

  • »W-O-D« ist der Autor dieses Themas

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1

Donnerstag, 21. Juni 2018, 19:15

Letzte Bevölkerungsstufe Investoren

Wie jüngst in der AnnoUnion zu lesen ist, ist die letzte Stufe des Bevölkerungsbaums "die Investoren" . Wer jetzt unwillkürlich an 2205 denkt liegt vermutlich garnicht mal so falsch, denn es zeichnet sich ab dass das "Firmensystem" wieder Einzug erhält. Dessen "Wiederspielwert" ist imho mager,
hatten doch schon bei 2205 die User nach einigen Versuchen mit einer neuen Firma die Lust daran verloren, weil es schlichtweg Öde ist.

Was also aus dem so früh als "Die volle Packung aus allen Annoteilen" angepriesen wurde, könnte sich als "Tolle Verpackung mit wenig Inhalt" herausstellen, we will see.

Ps: von den Zügen ist derzeit genau 0 zu sehn :(

Quelle: Zum Eintrag in der AnnoUnion

Matt McCorman

Boardsmutje

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2

Freitag, 22. Juni 2018, 15:07

Also wirklich Woddy... ;)
Willst du aus einem einzigen Begriff den Spielwert eines kompletten PC-Games ableiten? ;) ;)

Ich denke, dass 2205 vor allem deshalb langweilig war, weil man ein paar existenzielle ANNO-Features (physikalische Waren, Handelsrouten, Militär auf der Hauptkarte, vollwertige Computergegner, Knuffigkeitsfaktor etc.) weggelassen hatte, die aber alle mit Anno 1800 wiederkommen sollen.
Also Füße stillhalten. Ich halte es für recht wahrscheinlich, dass man aus 2070 und 2205 gelernt hat, und uns so etwas wie ein 1404 in neuem Gewand bringen wird.

Was die Züge anbelangt: Ich denke, dass BB viele Features gezielt zurückhält - sie können ja schlecht das ganze Spiel schon jetzt offenbaren. Ich kann mir zum Beispiel kaum vorstellen, dass der Kolonialismus im Spiel nicht abgebildet sein wird; wir haben bisher aber nur Inseln einer einzigen Klimazone gesehen. Ähnlich wird es sich mit der Eisenbahn verhalten, und mit einigen weiteren Features wahrscheinlich auch. Sonst hätten wir ja gar nix mehr zu entdecken, wenn wir's dann endlich spielen dürfen... ;)
  Annoholic seit 1998 =) (Nein, ich bin nicht alt... ich bin nur schon etwas länger jung als andere.) :hey:

Admiral Drake

Schatzjäger

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3

Samstag, 23. Juni 2018, 10:32

Die Hoffnung stirbt zuletzt ...
Ich zucke bei dem Begriff "Firma" auch jedesmal zusammen, obwohl ich 2205 nie gespielt habe.
Ich finde es schwierig, einerseits etwas Neues zu machen und andererseits die geliebten und beliebten Anno-Features wiederzubeleben.
Bisher bin ich allerdings skeptisch, ob es sich bei Anno 1800 nicht doch um ein großes Blendwerk handelt. Für meine Begriffe bekommen Zierelemente wie Zoo, Weltausstellung, Tourismus oder auch die Attraktivität zuviel Publicity, dafür werden Wirtschaft, Diplomatie, Militär und Logistig fast nicht behandelt oder eben - siehe Landeinheiten - gleich ganz gestrichen.

Also - abwarten und besser nicht zuviele Erwartungen entstehenlassen, dann ist die Enttäuschung hinterher auch nicht so groß.
  Nur wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Nicht meckern, sondern anpacken !

Matt McCorman

Boardsmutje

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4

Samstag, 23. Juni 2018, 11:41

Natürlich wird immer mit dem geworben, was am meisten hermacht, und das ist nunmal der Eye Candy und nicht irgendwelche Spielmechaniken.

Ich seh' das eh ganz entspannt... ich muss das Spiel nicht am Erscheinungstag haben, und wenn es sich als gut herausstellt, wird's gekauft - wenn nicht halt nicht. Für letzteren Fall hab ich hier 1602, 1503, 1404... :D
  Annoholic seit 1998 =) (Nein, ich bin nicht alt... ich bin nur schon etwas länger jung als andere.) :hey:

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5

Dienstag, 26. Juni 2018, 01:53

Firma muss nicht schlecht sein. Aber so wie Anno2205 es gemacht hat war es schlecht. Was aber klar war. Eine "gute" Firmenmechanik würde nicht zu Anno passen. Vermutlich gab es diesen Pseudospagat nur, weil alles andere kaum plausibel war im Jahr 2205. Land, Stadt, etc gründen... neee... also musste ein Unternehmen her.
Weshalb die Leute das schlecht finden sei dahingestellt. Ich finde Anno2205 ist ein vereinfachtes Anno. Wenn man ohne Börse spielt wird man vom Unternehmen außer bei der Ansprache und Rängen nicht konfrontiert. Der Börsepart ist nicht wirklich groß oder gut gelöst und hat keinerlei wirtschaftliche Relevanz. Man könnte es auch Sektorübernahme sehen... mehr ist es nicht und selbst das geht auch ohne Börse.
wg Spiel:
Ich warte bei jedem Spiel inzwischen ab. Leider wird die Maxime: Optik > all > KI immer weiter getrieben. In allen Spielen die ich kenne und die letzten Jahre rausgekommen sind. Für mich persönlich sind aktuell 3 Spieleserien kurz vor dem Ende.. und ich war über 12 Jahre treuer Käufer dieser Serien. Einfach weil ich finde, dass: Features, Grafik ist wichtig weil es sich verkauft, der Rest ist beiwerk und muss bestenfalls nur halbwegs funktionieren oder eben garnicht, die Spiele gekillt hat. Die Entwickler gingen dabei teilweise so weit das sie das Alleinstellungsmerkmal des Spiels aufgaben zugunsten dieser Maxime. Jeder der nur etwas Ahnung von Wirtschaft hat, lernt spätestens im Grundstudium 1.Vorlesung Marketing, das ein produkt auf dem Markt ein Alleinstellungsmerkmal braucht. Aber in der Spieleindustrie ist das Spiel etwas anders: Will man ein Anno spielen gibt es keinen Wettbewerb, will man ein TW, Paradox, Civ, etc Spielen gibt es keine Konkurrenz. Also versuchen die Entwickler die Fanbase immer mehr aufzuweiten immer mehr anzusprechen bei gleichem/geringerem Entwicklungsaufwand, egal zu welchem Preis. Ich kenne ein Spiel, wo durch einen DLC das Kernelement des Spiels zerschossen wurde. Der DLC kam vor 4 Monaten... bis heute gibt es keinen Bugfix für und es ist keiner angekündigt. Was das über das Qualitätsmanagement aussagt und die Bereitschaft das eigene Spiel bei Fehlern im Kernelement zu verbessern, erklärt sich wohl von selbst. Die Feature-Hascherei geht teilweise so weit, das Features angepriesen und mit einem Hype versehen werden die nachher oberflächlich, undurchdacht, unausgereift und unpraktikabel daherkommen. Weil Entwicklungszeit = Geld... Betatests = Geld... je früher der Release, je niedriger die Entwicklungszeit desto mehr Geld.

Solange der Hauptteil der Käuferschaft sich immer wieder vom Hype einlullen lässt, beim Spielekauf nur auf Grafik/Effekte/Features achtet und den Rest ignoriert, wird das System weiter so laufen... bei DLCs und Spielen. Und die Leute bereit sind immer höhere Preise für immer oberflächlicher umgesetzte Features zu bezahlen, wird sich daran nichts ändern.

Der Witz ist, das die Entwickler im Falle eines Flops die Schuld nie bei sich selbst suchen. Ich hab es einmal erlebt das ein Communitymanager sogar die Spielerschaft erpresst hat: Wenn ihr das Spiel nicht kauft, wird es keinen Nachfolger mehr geben.

Ohne Spiele zu nennen (wer weis ob ich das noch darf wg Datenschutz, Leistungsschutzrecht, etc) sind sogut wie sämtliche namhaften Publisher betroffen. Der Witz ist, das es gravierende Unterschiede gibt. Beispiel:
Hearts of Iron 4 vs Stellaris vs Europa Univeralis 4. Da ich alle drei Spiele besitze und Spiele und in allen dreien jeweils 1100/1200/900h gespielt habe, darf ich mir das sicherlich erlauben. Wobei EU4 ich seit nun fast 2 Jahren aus besagten Gründen nicht mehr gespielt habe. HoI4 versuche ich immer wieder, bin aber total angenervt und Stellaris warte ich auf den großen Bugfixpatch.

Beide von Paradox entwickelt und vertrieben.

Bei HoI4 wird jedes neue Feature, jede kleine Änderung in einen DLC gepackt. Teils nicht richtig angepackt oder nicht so wie vorher im Hype angedeutet (aber nie direkt gesagt). Während große Probleme an der KI oder Mechanik unangetastet bleiben oder gar durch DLCs schlimmer (Frontlinien, Marinekrieg, Luftkampf, Produktionslinien, KI generell). Es gibt bis heute keinerlei Infos über mögliche Fixes oder ähnliches und seit Release gab es kaum Änderungen an der KI... zumindest Änderungen die nur geringe Wirkungen aufzeigen. So setzt die KI nun zwar endlich Panzer ein... aber total ineffizient oder baut endlich Flugzeuge, aber auf Kosten anderer Güter und komplett sinnbefreit. Sie ignoriert Verluste (Angriffe auf z.b. Alpen mit 10er Bunkern über Monate mit Millionen Manpowerverlusten), Verschleiß (greift bei wiedrigstem Wetter an), sich ändernde Produktionsengpässe (außer durch hinzufügen von Produktionen von nicht vorhandenen Fabriken und daraus resultierend eine Produktionamokfahrt) oder reißt massive Lücken in die eigenen Linien (was etwas weniger wurde). Ein Spieler kann ohne Profi zu sein Russland 1941 zur Kapitulation treiben... ohne Kessel. Das funktionierte in HoI3 nur mit massiven Kesseln, etc.

In Europa Univeralis 4 kommen fast endlos neue Features. Es ist nicht möglich diese abzuschalten, wenn man ohne sie Spielen will. Die DLCs sind zwar keine Pflicht, aber die Features werden halb auch ins Basisspiel integriert und beeinflussen dort den Spieler, der aber kaum Einfluss darauf nehmen kann ohne den DLC zu kaufen. Damit soll vermutlich ein Kaufgrund geschaffen werden. Die KI ist nicht gut, aber auch nicht unfähig. Aber sie wird zumindest durch neue Mechaniken bisher nicht zerschossen.
In Stellaris hingegen wählte man einen anderen Weg. Man supportet quasi das Spiel massiv, baut es um, fügt Features hinzu, stellt komplette Mechaniken um... kostenlos. Dafür gibt es DLCs die gemessen am Inhalt komplett überteuert sind, aber im Grunde die kostenlosen massiven Features mit finanzieren. Zudem wird offen mit Fehlern kommuniziert und diese behoben... wenn auch in teils sehr langen Intervallen. Ich persönlich kaufe jedes DLC von Stellaris. Nicht weil es das Geld wert ist oder ich die Features brauche. Sondern einfach weil ich das Geschäftsmodell unterstützen will. Weil es einfach zu den fairsten zählt was aktuell auf dem Markt vorhanden ist. Und ich will nicht das die obigen Modelle zur Regel werden. Wenn man Rezessionen liest, haben das viele aber nicht wirklich verstanden und wollen lieber die obigen Systeme... ich definitiv nicht. Hier wurde sogar angekündigt, dass aktuell an keinem DLC gearbeitet wird, weil sich mit der Zeit, durch 2.0 und den letzten DLC soviele Probleme eingeschlichen haben, das sie erstmal an einem großen Bugfix-Patch arbeiten. Ob das letzlich stimmt weis ich nicht. Es zeigt aber da kommt ein großer Patch, sie sind sich der großen Probleme bewusst die teils direkt angesprochen wurden und man weis es tut sich was.
Zu Anno:
Die Kampfmechanik wurde ja quasi auf Ankündigung gestrichen. In Anno2205 schon komplett sinnbefreit (Schiffe... bei einem Angriff vom MOND!!!), keinerlei Landschlachten... auf dem MOND HEIMAT der Rebellen!... Aber hey Spiele verkaufen sich durch Optik. Diverse Youtubestars werden bezahlt von Unternehmen (z.b. durch verkaufsbeteilugungen über Vertriebvsplattformen),
... oder schauen wir uns die Wertungen von Spielen bei Testzeitschriften an (hier Gamestar): Es gibt fünf Testrubriken: Präsentation, Spieldesign, Balance, Story/Atmosphäre, Umfang...
Präsentation: Gesamtbild aus Grafik und Sound
Spieldesign: Spielmechanik wie Physik, Handling, etc... leider wird hierfür oft nicht lange genug getestet

Balance: Schwierigkeitsgrad des Spiels, Charakterbalance

Story/Atmosphäre: Charaktere, stimmungsvoll und lebendig die Spielwelt, Handlung

Umfang: sollte klar sein

Merkt ihr was? Die Grafik und Effekte beeinflussen 1 Wertung komplett, eine zu 3/4 und eine zu 1/2. Grafik und Effekte fließen damit, mit 2,25 Wertungspunkten von 5 mit fast 50% in die Bewertung ein. Wenn ein Spiel also ne Hammergrafik und Sound hat, hat es auf jeden Fall schon einmal 45 Punkte. Durch einen möglichst einfachen Schwierigkeitsgrad für gelegenheitsspieler staubt man nochmal 0,5 Punkte ab, mittelmäßiger Umfang 0,5 Punkte. Und schon sind 65% der Wertungspunkte vergeben ohne das KI, Tiefgang auch nur auftaucht. Um Gegenteil.. im Umfang werden neue Features bewertet... alte Features nicht. KI taucht nirgends auf im Test und ist lediglich Randbestandteil von Balance vermutlich oder wenn zu schlecht bei der Atmosphäre. Kurzum: Es gibt auch seitens von Tests keinen Grund etwas zu ändern für Entwickler.

Der Witz ist man kann der GS dafür garnicht böse sein. Wenn man ihnen glaubt, das sie nicht für Spielehersteller (Anzeigen, etc) schreiben, so haben sie ihre Kriterien am Käuferumfragen festgemacht! Also an uns...