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Leichtmatrose

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Wednesday, April 11th 2018, 4:03am

Routine für Rekordversuche - Meine Geschichte der 40k Aris

Hey werte Annogemeinde,

Ich habe beschlossen mein Wissen bzgl. gewisser Rekordversuche zu teilen. Hier meine Geschichte:

Am Anfang stand die Idee Dread Pirats Rekord von 37k Aris zu überbieten. Insgeheim hatte ich bereits zu diesem Zeitpunkt die 40k anvisiert, ohne zu wissen ob dies überhaupt möglich ist. Mit dem Bedarfsrechner hier auf der Seite hab ich mir die Bedürfnissen für 40k Aris berechnen lassen um eine grobe Vorstellung der benötigten Größenordnungen zu bekommen. Mit Hilfe dieser Daten habe ich mir dann eine Inselwelt erstellt die zumindest theoretisch den Bedarf so vieler Einwohner deckt, gleichzeitig aber nicht zu groß ist um ev. das Auftreten der Glitches etwas zu verzögern. Das Ergebnis waren 28 Bedarfsgutinseln. Jeweils 14 mit
nördlicher und südlicher Vegetation. Die Idee war auf jeder einzelnen Insel jedes Gut, der Vegetation entsprechend herzustellen. Im Norden sollten Alkohol, Tabakwaren, Schmuck und Nahrung produziert, sowie im Süden Gewürze, Kakao, Kleidung und Nahrung hergestellt werden. Herzstück der Inselwelt ist eine große
Hauptinsel in der Mitte der Karte, welche viergeteilt ist mit dem Kontor genau im Zentrum. Diese Anordnung bietet gleich zwei große Vorteile: Die Schiffe haben gleich vier Zufahrtswege zum Kontor, was den Verkehr massiv entzerrt. Zudem kann ums ganze Kontor herum entladen werden. Unnötige Staus und Schiffe die ohne zu entladen wieder wegfahren werden so komplett vermieden. Vielen Dank an dieser Stelle an Sir Henry. Ohne deinen Inseleditor wäre das natürlich nicht
möglich gewesen… :)

Mit dieser Inselwelt im Gepäck geht es nun ans bauen. Erst mal habe ich ganz normal hochgespielt bis ich die große Werft bauen konnte. Ab diesem Zeitpunkt geht die Routine los:
33 Schiffe bauen, alle Inseln besiedeln, Baumaterialversorgung auf den Bedarfsgutinseln aufbauen. Zum Straßennetz: Ich habe mich für ein Planquadratnetz entschieden. Im Grunde sieht das so aus wie das Hashtag Symbol. Also so: #. Das ist zwar nicht platzsparend, was aber kein Problem darstellt, da später sowieso die
Glitches so massiv zuschlagen bevor man sich über Platzmangel auch nur ansatzweise Gedanken machen muss. Des weiteren bietet das Planquadratnetz
gegenüber der platzsparenden Bauweise den Vorteil, dass Waren von allen Betrieben abgeholt werden können. Also auch von welchen, die Zwischenwaren produzieren. Somit ist diese Bauweise weniger anfällig für vereinzelte Betriebsausfälle im späteren Spielverlauf, einer der unangenehmen Glitches die später auftauchen werden.

Dieses Straßennetz habe ich nun auf jeder Insel ausgebaut, so dass ich in einem Quadrat Farmen bzw. insg. 9 Häuser platzieren konnte. Am Inselrand enden die Straßen abrupt. An diesen Endpunkten können Fischer platziert werden. Eine sehr platzsparende Methode um viel Nahrung auf engstem Raum zu produzieren. Als nächstes habe ich die benötigten Felder auf allen Inseln und die Zufahrtswege angelegt. Bevor es nun endlich losgeht werden nun noch die 28 Handelsrouten von jeder
Bedarfsgutinsel zur Hauptinsel erstellt. Details hierzu in der Savegame im Downloadbereich.

Nun ist der Weg bereitet um in sehr kurzer Zeit sehr viele Aris zu erreichen. Als erstes werden auf der Hauptinsel die öffentlichen Gebäude, welche bis zum Aufstieg von Aris benötigt werden in einem gleichmäßigem Netz aufgebaut. Am besten bebaut man einen Inselteil nach dem anderen. Sind die öffentlichen Gebäude platziert kann nun begonnen werden neue Wohnhäuser zu platzieren. Um zügig voranzukommen empfiehlt es sich hier 30-50 Pionierhäuser anzulegen und zu warten bis
Aristokraten draus werden. Dieses Vorgehen wiederholt man solange bis es das Spiel nicht mehr zulässt. Wichtig hier: Erst die Häuser bauen. Wenn man dann merkt es wird bei einer oder mehreren Waren knapp auf den entsprechenden Inseln gleichmäßig (!) nachrüsten. Ab etwa 20k Aris beginnen die Glitches. Hier fangen z.B. vereinzelte Betriebe an die Arbeit zu verweigern, Wohnhäuser erkennen den Marktplatz nicht oder Marktplätze werden platziert, erweitern das Gebiet aber nicht. Ganz viel später kann es auch passieren dass ohne Vorwarnung Marktplätze abgerissen werden weil man anderswo zu viele platziert hat. Ganze Landstriche und Produktionsketten sind dann dem Erdboden gleichgemacht. Leider sind diese Glitches völlig unberechenbar und kaum oder nur schwer zu umgehen. Wenn ein
Betrieb streikt kann man diesen z.B. abreisen und ein Feld in irgendeiner Richtung weiter erneut platzieren. Reicht rel. oft schon aus. Klappt aber
leider auch nicht immer. Bei den restlichen bugs gibt es keine wirklichen Lösungen zur Vermeidung. Das Spiel war damals nicht für so große Städte und
Einwohnerzahlen ausgelegt. Einige Rechner im Jahre 1998 hätten da ev. auch die Grätsche gemacht bei dem traffic... :D Ich habe prinzipiell versucht so wenig
wie möglich Marktplätze zu bauen. Meiner subjektiven Meinung nach hilft das mehr funktionierende Betriebe bzw. Häuser auf einer Insel unterzubringen.

Wie dem auch sei...
Im Wechsel können nun sukzessive Häuser gebaut und der Bedarf angepasst werden, und mit etwas Glück eine Einwohnerzahl von deutlich über 30k erreicht werden.
Sicher ist das aber nie. Bei einem anderen Versuch hat das Spiel schon nach 30K Aris "zugemacht" und kaum weitere Wohnhäuser zugelassen. In diesem
Sinne würde ich mich sehr freuen, wenn sich jmd. inspiriert und berufen fühlt meinen nun ja… ich nenne es mal vorsichtig Weltrekord… ;P zu brechen, sei es
mit meiner oder eine anderen Inselwelt... ;) ich bin mir sicher ein paar Tausend Aris gehn noch, aber es ist ein hartes Unterfangen.
Ahoi und viel Glück Matrosen und Landratten... ;)

P.S. das Szenario heißt "A new world". Ich habe sicher einige wichtige Details unterschlagen. Bei Fragen gerne fragen... :)

Admiral Drake

Schatzjäger

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Wednesday, April 11th 2018, 9:05am

Also ist das ein rein technischer Rekord auf einer "geeigneten" Inselwelt, das soll aber deine Leistung nicht schmälern.
Macht es aber Sinn, weiter gegen die Grenzen des Annoprogramms zu kämpfen ? Natürlich könnte man vermuten, dass es weniger "Stress" ist, wenn die Ware nur vom Endbetrieb abgeholt wird und wenn die Straßen eindeutiger verlaufen. Könnten die Versorgungsinseln größer sein? Dann wären die Schiffswege kürzer und vielleicht braucht man deutlich weniger Schiffe ...
Oder brauchst du soviel "Küste" für die Fischer? Ist - sofern Platz vorhanden ist - nicht doch der Getreideanbau sinnvoller, da mehr Ware von weniger Betrieben erzeugt wird. Ich denke, die Fischer belasten das Programm sehr stark, aber beweisen mag ich das alles nicht. In jedem Fall Respekt für deine Geduld und deine Hartnäckigkeit :up:
  Nur wer nichts tut, macht auch keine Fehler. Nicht meckern, sondern anpacken !

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Leichtmatrose

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Thursday, April 12th 2018, 12:20am

Also ist das ein rein technischer Rekord auf einer "geeigneten" Inselwelt, das soll aber deine Leistung nicht schmälern.
Genau so kann man das ausgdrücken. Gefällt mir... ;) Sinn und Zweck war alles so zu optimieren und anzupassen um den mir bis dahin bekannten Rekord von 37k zu brechen. Dazu habe ich alle legalen Mittel benutzt die zur Verfügung standen.
Macht es aber Sinn, weiter gegen die Grenzen des Annoprogramms zu kämpfen ?
Ich finde es spannend gerade diese Grenzen auszuloten und zu kucken was gibts das Spiel gerade noch her. Gäbe es keine Glitches, könnte jeder 2 Rieseninseln platzieren und alles hochskalieren. Das wäre keine große Herausforderung, wenngleich das auch etwas dauern würde. Aber mit den Glitches benötigt man dann doch etwas Skill aber auch eine ordentliche Portion Glück... ;)
Natürlich könnte man vermuten, dass es weniger "Stress" ist, wenn die Ware nur vom Endbetrieb abgeholt wird und wenn die Straßen eindeutiger verlaufen.
In diesem Fall werden weniger Marktkarren benötigt, da nur bei Betrieben abgeholt werden muss die Endprodukte produzieren. Die Zwischenprodukte werden dann direkt vom Endbetrieb abgeholt was unnötige Transportwege spart. Wenn allerdings im späteren Spielverlauf ein Endbetrieb ausfällt, fällt die ganze Produktionskette aus.
Könnten die Versorgungsinseln größer sein? Dann wären die Schiffswege kürzer und vielleicht braucht man deutlich weniger Schiffe ...
Die Größe der Inseln ist ein heikles Thema. Je größer eine Insel, desto mehr Marktplätze sind nötig um deren komplette Fläche zu nutzen und desto mehr Betriebe stehen auf der Insel. Ich hatte zuvor eine Inselwelt mit Bedarfsgutinseln die etwas breiter waren. Da hatte ich dann rel. frühzeitig das Problem, dass Marktplätze sich einfach selbst abrissen und viele Betriebe komplett streikten. Deswegen habe ich die Inseln verkleinert. Aber selbst bei den kleineren Maßen treten irgendwann Probleme auf, allerdings etwas später und nicht in so krassem Ausmaß wie zuvor.
Die Anzahl der Schiffe ist abhängig von der Anzahl der Bedarfsgutinseln. In meinem Fall sind das 28 Inseln, was bedeutet das mind. 28 Schiffe zum Warentransport zwingend notwendig sind. Die zusätzlichen 5 habe ich noch mit eingespannt, da 33 das Maximum des Hauptspiels sind und ich das für durchaus vertretbar hielt.
Je größer die Inseln, desto weiter sind diese von der Hauptinsel entfernt und die Wege verlängern sich deshalb.
Desweiteren habe ich ein Faible für Symmetrien und einheitliches Bauen, was wohl unschwer zu erkennen ist... ;)
Oder brauchst du soviel "Küste" für die Fischer? Ist - sofern Platz vorhanden ist - nicht doch der Getreideanbau sinnvoller, da mehr Ware von weniger Betrieben erzeugt wird. Ich denke, die Fischer belasten das Programm sehr stark, aber beweisen mag ich das alles nicht. In jedem Fall Respekt für deine Geduld und deine Hartnäckigkeit :up:
Die Küsten haben sich eigentlich einfach so ergeben. Was die Nahrungsmittelproduktion angeht... Darüber habe ich mir auch schon viele Gedanken gemacht, aber kaum weitere Experimente durchgeführt. Die Idee war, dass Fischer keine Fläche und somit unnötig Marktplätze benötigen welche das Spiel stärker belasten. Was jetzt aber eine stärkere Belastung fürs Spiel is - also viele Fischer oder weitere Marktplätze und andere Nahrungsmittelbetriebe - darüber kann wohl bloß gemutmaßt werden. Beweisen mag ich das im Moment auch nicht... :D

Vielen Dank für deinen Post und die Anmerkungen und dein Lob! :) Ich finde es sehr spannend darüber zu diskutieren. Ich werde sicher mal wieder einen Versuch starten noch mehr Aris zu packen, aber gerade hat das neue Semester bogonnen und ich muss mich nun anderen Dingen widmen... ;)

Admiral Drake

Schatzjäger

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Friday, April 13th 2018, 4:38pm

Ja, diskutieren können wir, aber ich spiele zur Zeit 1602 nicht, also bleibt alles von mir graue Theorie. Ich dachte, wenn die Inseln größer wären und man das Kontor zur Mitte hin baut, dann werden die Wege kürzer (man fasst immer 4 der kleinen Inseln zusammen, so wie du es auf der Bau-Insel auch gemacht hast, dann hat man 8 Inseln und die mittlere). Aber wenn die Anzahl der Markthäuser auf einer Insel kritisch ist, wäre das keine gute Idee. Ich kann mir vorstellen, dass die Anzahl der Betriebe stress-relevant ist, da jeder Betrieb verwaltet und ver- und entsorgt werden muss.
Ob das eine Rolle spielt, auf wieviel Inseln diese Betriebe verteilt werden ? Na ja, vielleicht lege ich die alte Scheibe ja irgendwann aus Neugierde mal wieder ins Laufwerk, alleine schon, um zu testen, ob ich es überhaupt noch spielen kann ...
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Leichtmatrose

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Friday, April 13th 2018, 9:20pm

Ja, diskutieren können wir, aber ich spiele zur Zeit 1602 nicht, also bleibt alles von mir graue Theorie. Ich dachte, wenn die Inseln größer wären und man das Kontor zur Mitte hin baut, dann werden die Wege kürzer (man fasst immer 4 der kleinen Inseln zusammen, so wie du es auf der Bau-Insel auch gemacht hast, dann hat man 8 Inseln und die mittlere). Aber wenn die Anzahl der Markthäuser auf einer Insel kritisch ist, wäre das keine gute Idee. Ich kann mir vorstellen, dass die Anzahl der Betriebe stress-relevant ist, da jeder Betrieb verwaltet und ver- und entsorgt werden muss.
Genau... ;)
Ob das eine Rolle spielt, auf wieviel Inseln diese Betriebe verteilt werden ? Na ja, vielleicht lege ich die alte Scheibe ja irgendwann aus Neugierde mal wieder ins Laufwerk, alleine schon, um zu testen, ob ich es überhaupt noch spielen kann ...
Meiner Erfahrung nach spielen die Gesamtanzahl aller Betriebe irgendwann eine Rolle, auch wenn sie auf vielen Inseln gleichmäßig verteilt sind. So kann eine Bedarfsgutinsel zu Beginn des Spiels komplett vollgebaut werden ohne das Probleme auftreten, jedoch treten Probleme auf wenn viele der Bedarfsgutinseln ausgebaut sind. Tendenziell ist es immer eine gute Idee Bedarfsgüter auf vielen mittleren Inseln zu verteilen, jedoch sind beim Originalspiel maximal 33 Schiffe zum Transport vorgesehen. Im Kompromiss mit meinem Hang zur Symmetrie wurden es dann 28 Bedarfsgutinseln. Da noch 5 Schiffe übrig sind, könnte man in den vier Ecken der Karte noch vier Inseln einfügen. Da Schiffe von dort aus aber den weitesten Transportweg haben, sind die Lager schneller voll, als das Schiff transportieren kann, was eine solche Insel ineffektiv macht. Ein zweites Schiff zur Abholung würde schon genügen um dieses Problem zu lösen, aber das würde die maximale Schiffsanzahl übersteigen wenn man das auf vier "Eckinseln" hochrechnet.

Zur Verdeutlichung... Die Inselwelt sieht so aus:

-xxxx-
xxxxxx
xxooxx
xxooxx
xxxxxx
-xxxx-

"x" = Bedarfsgutinsel, "-" = Leerstelle, "oooo" = Hauptinsel

ja spiel das ruhig mal wieder! macht immer noch viel freude... :)